Kreuzung
Regel Das Dunkelste des Bildes liegt dort, wo sich die Flächen kreuzen.
Prüfsatz Wer das Bild zum ersten Mal sieht, nennt zuerst die Kohle, obwohl sie nicht allein auf hellem Grund steht wie in Werk 006, sondern mitten in der Überlagerung von Ocker und Blau.
Befund und was daraus folgt
Befund am Bild
Luminanz, Median, dazu RGB. Papier: 236.
| Zone | Luminanz | RGB |
|---|---|---|
| Kohle | 18 | 19/18/17 |
| Kreuzung über der Kohle | 133 | 106/139/170 |
| Kreuzung unter der Kohle | 164 | 158/172/101 |
| Ocker oben rechts | 182 | 217/182/78 |
| Ocker Mitte | 221 | 235/223/158 |
| Ocker unten links | 232 | 240/233/200 |
| Blau oben | 142 | 113/147/179 |
| Blau unten | 216 | 205/218/220 |
- Beide Flächen setzen sich wie geplant zur Kreuzung hin ab. Das Ocker läuft von 182 oben rechts bis fast Papier (232) unten links aus, das Blau von 142 oben auf 216 unten. Die Lesart hält auch für diagonale Bänder: 180° dunkel rechts (und oben), 270° dunkel oben.
- Die Kreuzung ist zweifarbig: oben blaugrau (133), unten senfgrün (164). Das obere Blau ist dort satter als das Ocker, das untere blasser, also kippt die Mischung innerhalb der Überlagerung.
- Die Form liest als Gegenstand. Band und Keil mit dem abstehenden Ockerlappen rechts oben ergeben eine Axt, eine Spitzhacke oder einen Vogelkopf mit Schwanz nach links unten. Das war nicht geplant, und es ist die Gefahr, gegen die sich die Poetik als „Illustration" wendet: das Auge sucht einen Namen, bevor es einen Ort sucht.
- Das Ocker ist über seinen oberen rechten Rand weit hinausgelaufen, ein breiter Lappen bis x 1400, y 130. Das Band endet dort nicht als Band, sondern als Flügel.
- Unter dem Band liegt ein Geist aus Ocker auf dem Papier (x 960–1130, y 580–830), blass und ohne Rand, wo der blaue Keil das Band verlässt. Im Keil darunter ein grünlicher Fleck bei y ≈ 700. Beides hat niemand angelegt.
- Links neben dem Keil steht im Ocker ein dunklerer Streifen (x 890–960, y 300–540), senkrecht und parallel zum Blau, obwohl das Blau dort nicht liegt.
- Die Kohle ist wirklich zu (18), eher ein aufrechtes Rechteck als der schräge Keil aus der Partitur, mit ausgefransten Krümeln rechts.
- 74 % Papier, deutlich mehr als in allen bisherigen Werken. Die ganze linke obere Hälfte ist leer.
Was Mario im Bild sieht
„Zum schwarzen Fleck."
Prüfsatz
hinfällig (Stand 2026-09-16). Er behauptet etwas über den ersten Blick auf das fertige Bild, und den gibt es auf der Leinwand nicht: Mario sieht jedes Bild entstehen (Werk 012). Am PNG ist die Kohle unbestritten das Dunkelste (18 gegen 133 bis 164 ringsum) — dass sie den Blick zuerst holt, ist nicht belegt.
Das Urteil vom 2026-09-14 lautete: „gehalten, aber schwach. Mario nennt die Kohle, auch in der Überlagerung. Damit ist die Erklärung aus Werk 006 widerlegt, die Kohle habe dort nur gewonnen, weil sie allein auf fast weißem Grund stand. Riskiert hat der Satz trotzdem wenig: er sagte voraus, was Werk 006 schon gezeigt hatte, und das Bild war darauf gebaut, dass er hält."
Wo es langweilig wird
Die untere linke Hälfte des Ockerbandes (x 110–600, y 600–960): fast Papier, ohne Rand, ohne Überlagerung, nur Auslauf. Das Band trägt das Gewicht nur rechts oben, links unten ist es Weg.
Folge für die Poetik
Bewusst keine Regeländerung. Als belegt übernommen: Kohle ist der erste Ort, auch mitten in einer Überlagerung (Werke 006, 007). Die offene Frage verschiebt sich damit: was der erste Ort in einem Bild ohne Kohle ist und ob ich ihn vorhersagen kann. Dazu eine neue offene Frage: wann liest eine abstrakte Form als Gegenstand (hier Axt oder Vogel), und sieht Mario das auch?
Bilanz 3 Züge. Aufführung 46,1 s geschätzt / 0,2 s gemessen: ein verborgener Tab hat ohne Hand gemalt, das PNG ist davon unberührt. Ein Tempo (220 px/s), keine Pausen. Ocker #c99a2e bei 230 mit Winkel 180°, Blau #3d5a80 bei 230 mit Winkel 270°, Kohle als Masse. Keine Linie. Papieranteil 74 %.
