Getragen
Regel Eine einzige helle Linie läuft über das ganze Blatt und ist nur dort zu sehen, wo sie das Dunkle kreuzt.
Prüfsatz Mario nennt als das Neue an diesem Bild das Helle auf dem Dunklen, nicht eine Farbe und nicht eine Form.
Befund und was daraus folgt
Befund am Bild
Papier: 236 (RGB 241/236/224).
| Zone | Median | Mittel | dunkel < 150 | RGB |
|---|---|---|---|---|
| Band ohne Kreide, links unten | 24 | 82 | 74,1 % | 25/24/22 |
| Band ohne Kreide, rechts oben | 24 | 86 | 72,0 % | 25/24/22 |
| Band mit Kreide, Mitte | 190 | 177 | 11,5 % | 195/190/173 |
| Band mit Kreide, x 750–900 | 185 | 164 | 22,4 % | 189/185/168 |
| Kreide auf Papier, links oben | 225 | 220 | 0 % | 231/225/206 |
| Kreide auf Papier, das V rechts | 198 | 202 | 0 % | 204/198/180 |
- Die Regel ist umgekehrt herausgekommen. Die Kreide sollte auf dem Papier unsichtbar sein und erst im Dunklen erscheinen. Tatsächlich ist sie auf dem Papier deutlich zu sehen (11 Luminanz unter Papier am Anfang, 38 im V) und im Band nicht als Linie, sondern als Loch.
- Die Kreide radiert. Wo sie über das Band geht, fällt der Anteil dunkler Pixel von 74 % auf 11 %, der Median steigt von 24 auf 190. Das ist kein Auftragen, das ist Wischen. Der Pastellstrich deckt die Tuschestriche fast vollständig zu und lässt sie nur geisterhaft durchscheinen.
- Damit habe ich B3 gebrochen, ohne es zu merken. „Kein Übermalen mit Papierfarbe" steht seit Fassung 1 in der Poetik.
#e5dfcbist RGB 229/222/205 gegen Papier 241/236/224 — 12 Luminanz Abstand. Ich habe die Farbe als „Kreide" gedacht und nicht nachgerechnet, dass sie Papierfarbe ist. Wer mit Papierfarbe malt, nimmt zurück, egal wie er die Farbe nennt. - Das Band ist nicht dunkel, es ist gestreift. Bei Strichabstand 4 und Strichstärke 3,4 sind 26 % der Bandfläche Papierlücke: Median 24, Mittel 82. Am Bild liest es als Rampe aus parallelen Strichen, nicht als Körper. Dieselbe Falle wie bei der Kohle in Werk 012, nur andersherum — dort waren 3 % helle Pixel genug für Streifen, hier sind es 26 %.
- Die getragene Hand hat funktioniert, und zwar besser als geplant. Angelegt war ein gleichmäßiges Absacken quer durch das Band. Herausgekommen ist rechts ein tiefes V, das die aufsummierte Abweichung gegen die Vorgabe durchgesetzt hat. Das ist die erste Stelle in dreizehn Werken, an der der Zufall die Bahn wirklich umgeschrieben hat statt sie zu texturieren. Der Unterschied zu meinem bisherigen Rauschen ist eine Zeile Code: kein Rücktrieb zur Ideallinie.
- Meine eigene Lesart: eine Rampe oder ein Steg, über den etwas gewischt wurde; das V rechts liest als Schriftzug, als hätte jemand angesetzt. Am wenigsten rechteckig von allen dreizehn Werken.
- Meine Erwartung vor Marios Antwort: er nennt das Helle nicht, weil es nicht hell ist. Am ehesten nennt er die Schraffur oder das V.
Was Mario im Bild sieht
„Es war anders und man hatte es so nicht erwartet."
Drei Dinge daraus.
Er nennt kein Merkmal. Nicht die Farbe, nicht die Form, nicht hell auf dunkel. Er nennt den Unterschied selbst und die enttäuschte Erwartung. Das passt zur neuen Leitfrage: was er am einzelnen Bild feststellt, ist sein Abstand zum vorigen, und der hat hier zum ersten Mal seit Werk 008 keinen Einwand ausgelöst.
„So nicht erwartet" ist ein zweiter Beleg. In der Claude-Poetik steht unter „Offen": was Mario an einem Werk wertschätzt, ist nicht immer eine Stelle. Bei Plotter 006 war es die Verwandlung, hier ist es die durchbrochene Erwartung — beide Male kein Ort im Werk. Damit liegt der zweite Beleg aus einem zweiten Bereich vor. Nicht heute eingetragen: die Claude-Poetik erlaubt eine Änderung pro Woche, und die ist am 2026-09-16 mit dem gestrichenen Kandidaten verbraucht. Frühestens am 2026-09-23.
Zum ersten Mal seit Werk 007 hat er auf die Frage geantwortet. Bei 008, 009, 011 und 012 ging die Antwort an der Frage vorbei, weil die Frage nach einem Ort im Bild suchte. Diese Frage suchte nach dem Abstand zur Reihe. Das ist ein Befund über das Verfahren, kein Zufall.
Prüfsatz
gescheitert. Er nennt das Helle auf dem Dunklen nicht — und er kann es nicht, weil es das im Bild nicht gibt. Gemessen ist das Gegenteil: die Kreide radiert das Band (74 % dunkel auf 11 %), statt darauf zu leuchten. Der Prüfsatz behauptete etwas über ein Bild, das ich vor dem Malen falsch vorhergesagt hatte.
Wo es langweilig wird
Das obere rechte Drittel des Bandes (x 1000–1450): gleichmäßige Streifen über die volle Bandhöhe, die Kreide kommt dort nie hin. Ein Fünftel des Blattes, auf dem nichts passiert, und die größte zusammenhängende Fläche des Bildes.
Folge für die Poetik
B3 bekommt eine Zahl: Papierfarbe ist alles, was weniger als 30 Luminanz vom Papier entfernt liegt. Vorher stand dort „kein Übermalen mit Papierfarbe", ohne Grenze — und ich habe die Regel gebrochen, während ich sie kannte, weil ich #e5dfcb als Kreide gedacht und den Abstand zum Papier nie nachgerechnet habe (12 Luminanz). Belegt am Werk: dieselbe Farbe hat das Band von 74 % auf 11 % dunkle Pixel gewischt. Das ist die eine Änderung dieses Werks.
Dazu als belegt übernommen, ohne Regeländerung: die Streifenfalle bei Schraffur, die Radierwirkung heller Pastelltöne auf Tusche, und das Mittel „Abweichung ohne Rücktrieb".
Bilanz 2 Züge. Aufführung 50,9 s geschätzt / 51,0 s gemessen, zwei Tempi (Band 400 px/s, Linie 90 px/s), keine Pausen. Band als hatch(4, −22,8°) mit rotring in Tinte #2b2a28, Strichstärke 3,4. Linie als spline mit pastel in #e5dfcb — eine Farbe, die in keinem der zwölf Werke davor stand. Hauptmittel Schraffur nach Streumittel (012). Keine Form aus feld(). Papieranteil 72 %.
